Der DRK-Landesverband
Saarland gliedert sich zur Zeit in sieben Kreisverbände und 252
Ortsvereine. Zur Bewältigung seiner vielfältigen Aufgaben
waren per 31.12.1999 5.330 freiwillige ehrenamtliche Mitarbeiter/innen
in den verschiedenen Aufgabenfeldern des Verbandes tätig.
Die Arbeit des
DRK-Beratungszentrums
Seit 1979 betreut
und berät das Psychosoziale Beratungszentrum des DRK Landesverbandes
Saarland in Saarbrücken-Burbach Migranten/innen aus den verschiedensten
Ländern der Welt. Anfangs waren es die "boat people",
die Flüchtlinge aus Vietnam, die vom DRK beraten und unterstützt
wurden, heute sind es Menschen, die aus allen Krisengebieten der Welt
hier Hilfe suchen.
- Beratung und
Betreuung von Asylbewerber/innen
Der DRK-Landesverband
Saarland hat mit Unterstützung der Landesregierung in Sammelunterkünften
des Landes (Völklingen und Homburg) und in der Landesaufnahmestelle
in Lebach selbst Beratungsstellen eingerichtet. Die DRK-Mitarbeiter/innen
helfen bei Alltagsproblemen, tragen zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung
bei und bilden ein Bindeglied zwischen Asylbewerbern/innen und Behörden
sowie der deutschen Gesellschaft insgesamt. Die DRK-Arbeit hat eine
optimale Stabilisierung der Flüchtlinge unter instabilen Bedingungen
zum Ziel.
- Soziale Beratung
und Betreuung von Spätaussiedler/innen
Das DRK hält
für Spätaussiedler/innen einen sozialen Beratungsdienst
vor. Die Mitarbeiter/innen stehen bereit für alle sozialen Fragen
und geben Informationen über viele Dinge unserer Gesellschaft,
die für eine erfolgreiche Integration der Neubürger wichtig
sind. Von zentraler Bedeutung ist dabei die Vermittlung in Qualifizierungs-
und Fortbildungsmaßnahmen und eine psychosoziale Beratung und
Betreuung bei der Arbeitssuche bzw. -aufnahme.
Neben Primärhilfen, wie z.B. Kleidung, Babyausstattung, Schulzeug,
bietet das DRK eine sozialrechtliche und psychosoziale Beratung an sowie
spezifische Therapieangebote für traumatisierte Flüchtlinge,
die in ihrer Heimat verfolgt, vergewaltigt oder gefoltert wurden. Dazu
gehören insbesondere Flüchtlinge, die auf Grund sog. ethnischer
Säuberungen aus dem ehemaligen Jugoslawien vertrieben wurden.
Parallel zur alltäglichen
Beratungsarbeit haben sich in den letzten Jahren zwei Schwerpunkte entwickelt,
nämlich:
- die psychotherapeutische
Behandlung und psychosoziale Beratung von traumatisierten Flüchtlingen
und
- im Rahmen des
DRK Modell-Projektes AHOI (Arbeitsmarktspezifische Handlungs- und
Orientierungshilfen zur Integration von Migranten/innen in den Arbeitsmarkt)
die Orientierung der Beratungstätigkeit auf Fragen der Berufswahl
und der beruflichen Integration.
- Beratung,
Betreuung und Behandlung von traumatisierten Flüchtlingen
Das DRK nimmt
sich besonders der Probleme der traumatisierten Flüchtlinge an,
denen sowohl psychotherapeutisch als auch psychosozial geholfen wird.
Seit April 2000 wird diese Arbeit gefördert durch die Europäische
Union. Genauer siehe: (http://www.trauma-netz.drk.de).
Die Arbeit der
Berater/innen und Therapeuten/innen geht von der gesamten Lebenssituation
der Flüchtlinge aus, die soziale, kulturelle, rechtliche, ökonomische,
persönliche und psychologische Aspekte umfasst.
Bei Traumatisierten wirken die immer wiederkehrenden Erlebnisse und
Albträume als Hinderungsgrund für die Arbeitsfähigheit
und die Arbeitsaufnahme. Die Beratungstätigkeit des DRK zielt
darauf ab, diese wieder herzustellen. Außerdem ist die Arbeitsfähigkeit
Teil der psychischen Gesundheit und wird somit psychotherapeutisch
angestrebt und die Ausübung von Arbeit trägt zur psychischen
Gesundung bei. Dabei wirken die Entwicklung der persönlichen
Möglichkeiten (durch Psychotherapie und psychologische Beratung)
zusammen mit der Öffnung von Möglichkeiten durch psychosoziale
Beratung und Kontaktherstellung zum Arbeitsmarkt.
Allgemein gilt, dass eine Traumabehandlung nur möglich ist, wenn
der/die Betroffene in Sicherheit ist. Es ist das Dilemma bei vielen,
nicht allen, unseren Patienten/innen, dass diese Voraussetzung nicht
gegeben ist.
- Die arbeitsmarktbezogene
Tätigkeit des DRK im Rahmen von SEPA
Die SEPA-Beratungsstelle
des DRK ist angesiedelt in der Landesaufnahmestelle Lebach in der
alle ins Saarland kommende Flüchtlinge registriert werden. Ein
Großteil dieser Flüchtlinge verbleibt in der Landesaufnahmestelle
in Lebach, andere werden in Dependancen verteilt, die aber weiterhin
durch Lebach verwaltet werden.
Das Deutsche Rote
Kreuz ist kein Verband, der traditionell im Bereich "Migrationssozialarbeit"
tätig ist. Diese Arbeit mit ausländischen Arbeitnehmern
war bislang hauptsächlich ein Bereich für Caritas, Diakonisches
Werk und Arbeiterwohlfahrt.
Das Deutsche Rote
Kreuz hat lange Zeit Erfahrungen in der Flüchtlingsbetreuung
und Beratung. Die arbeitsmarktbezogenen Tätigkeiten sind ein
neues, abgrenzbares Feld. Die Aktivitäten in Zusammenhang mit
AHOI fanden im Rahmen eines Pilotvorhabens statt und wurden danach
zurückgefahren.
Die jetzt konzipierten
Maßnahmen im Rahmen von SEPA erfordern den institutionellen
und personellen Aufbau einer eigenen Projekteinheit, die allerdings
räumlich an die DRK-Beratungsstelle in Lebach angegliedert ist.
Das Deutsche Rote
Kreuz hat mit Datum 16.05.02 die Stelle für den Beratungsdienst
so besetzt, dass sie halbtags durch einen Sozialarbeiter, ausländischer
Herkunft, und halbtags durch eine einheimische Sozialarbeiterin besetzt
ist. Der Sozialarbeiter ist sogleich mit der anderen Hälfte seiner
Stelle für die Sozialpädagogische Betreuung der Maßnahme
des Internationalen Bundes (siehe Teilprojekt IB) zuständig.
Die Sozialarbeiterin arbeitet mit der anderen halben Stelle im Bereich
Rückkehrförderung.

