AGEF-SAAR ist einerseits
innerhalb des AGEF-Verbundes eine junge Einrichtung, andererseits greift
AGEF-SAAR auf die Erfahrungen und MitarbeiterInnen der Arbeitseinheit
Entwicklungspolitische Forschung und Beratung zurück, die diese
über Jahrzehnte an der Universität des Saarlandes bei der
Untersuchung von Phänomenen des sozialen Wandels in Ländern
Asiens und Afrikas gesammelt hat. Im Mittelpunkt dieser auf Entwicklungsplanung
ausgerichteten Arbeiten stand immer der handelnde Mensch mit seiner
kulturellen Prägung und seinen institutionellen Zugehörigkeiten.
Von besonderer Bedeutung
war das Themenfeld Flucht und Migration, wobei Untersuchungen sich sowohl
auf Erstasylländer als auch auf Fluchtländer in Europa bezogen.
Ungewöhnlich
für eine universitäre Einrichtung war neben der Beteiligung
an konkreten Planungen und Evaluierungen auch die Durchführung
von Programmassnahmen für Flüchtlinge in Afrika und Europa.
Themenfeld Flucht und Migration
Seit zwei Jahrzehnten
befasst sich die Arbeitsgruppe mit der Flucht- und Migrationsproblematik.
Dabei standen in den letzten Jahren folgende Themen im Vordergrund:
- Planungs- und
Beratungsaufgaben im Zusammenhang mit der weltweiten Flüchtlings-
und Migrationsproblematik, dem Anwachsen der wirtschaftlich und politisch
bedingten Wanderbewegungen von Millionen von Menschen und dem damit
zusammenhängenden Zuwanderungsdruck auf Westeuropa und die Bundesrepublik
(Stichwort: entwicklungspolitische Flüchtlingspolitik);
- Flucht und Migration
als Folgen und Auslöser sozialer Wandlungsprozesse;
- Bedingungskonstellationen
in Industriestaaten und Herkunftsländern für das Entstehen
von Migrationsbewegungen;
- Flüchtlinge
als Teil der weltweiten Migrationsströme (Abgrenzung und politische
Behandlung der Problematik);
- Präventionsmöglichkeiten
bei Flucht und Migration;
- soziale Lage
von Migranten/innen und Flüchtlingen in Deutschland;
- Arbeitsmarktintegration
von Migranten/innen, insbesondere auch Flüchtlingen.
Themenfeld Reintegration
Die Reintegration
von Flüchtlingen, Vertriebenen, Gast- und Vertragsarbeitnehmern/innen
hat in den letzten Jahren an entwicklungspolitischer Bedeutung gewonnen.
Einerseits sind in den Ländern des Südens die notwendigen
Rehabilitations- und Infrastrukturmaßnahmen für die Rückkehr
von Flüchtlingen und Vertriebenen und für deren Reintegration
nur mit großen Schwierigkeiten zu schaffen, andererseits sollen
die Rückkehrer in die Lage versetzt werden, sich eine eigene wirtschaftliche
Existenz aufzubauen.
Im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit
wird dieser Prozess von deutscher Seite z.B. durch Mittel für die
Verbesserung der Infrastruktur, die Unterstützung von Maßnahmen
zum Aufbau von Subsistenzproduktion, die Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen
in Deutschland oder vor Ort und für Existenzgründungsdarlehen
gestützt.
AGEF ist eine der
Institutionen, die sich insbesondere der wirtschaftlichen Reintegration
von Flüchtlingen und Migranten zuwendet. Hier konnten bei der Reintegration
von Bürgerkriegsflüchtlingen der Balkanländer wertvolle
Erfahrungen gemacht werden, die derzeit bei der Reintegration von Afghanistanflüchtlingen
genutzt werden. AGEF-SAAR ergänzt die diesbezüglichen Aktivitäten
der anderen AGEF-Stellen insbesondere durch methodisches IT-Know-how.Die
EFB hat in diesem Bereich vor allem Planungsstudien u.a. für die
Welthungerhilfe durchgeführt und die Diskussion zu diesem Thema
durch die Konferenz "Reintegration in die Arbeitsmärkte der
Heimatländer" oder die Moderation des GTZ-Workshops "Bestandsaufnahme
und Wirkungsanalyse von Reintegrationsprogrammen" inhaltlich unterstützt.

